Bei einer Panikstörung treten wiederholt plötzliche, intensive Angstanfälle auf. Bei SONNFELS begleiten wir Sie mit kognitiver Verhaltenstherapie – damit die Angst vor der Angst ihre Macht verliert.
Einordnung nach ICD-10F41.0Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst) – gehört zu den anderen Angststörungen (F41).
Die Panikstörung verstehen
Eine Panikattacke ist ein plötzlich einsetzender Anfall intensiver Angst mit starken körperlichen Symptomen. Sie erreicht innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt und klingt dann wieder ab. Viele Betroffene befürchten während einer Attacke, einen Herzinfarkt zu erleiden, ohnmächtig zu werden oder „verrückt“ zu werden.
Von einer Panikstörung spricht man, wenn Panikattacken wiederholt und unerwartet auftreten und anhaltende Sorge vor weiteren Attacken oder deutliche Verhaltensänderungen folgen. Häufig entwickelt sich zusätzlich eine Agoraphobie.
Anzeichen und Symptome
Während einer Panikattacke können unter anderem auftreten:
Gedanken und Gefühle
- Plötzliche, intensive Angst
- Angst zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren
- Gefühl der Unwirklichkeit
- Anhaltende Angst vor der nächsten Attacke
Körperliche Anzeichen
- Herzrasen und Herzstolpern
- Atemnot, Erstickungsgefühl
- Brustschmerzen oder Engegefühl
- Schwindel, Zittern, Schwitzen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühle
- Hitzewallungen oder Kälteschauer
Verhalten
- Vermeiden von Orten, an denen Attacken auftraten
- Häufige Arztbesuche oder Notfallaufnahmen
- Vermeiden körperlicher Anstrengung
- Ständiges Beobachten des eigenen Körpers
Körperliche Ursachen sollten ärztlich abgeklärt werden. Ist das geschehen, ist die Panikstörung gut behandelbar.
Warum eine frühe Abklärung wichtig ist
Je früher eine Angststörung erkannt und behandelt wird, desto weniger kann sich die Vermeidung im Alltag ausbreiten. Eine sorgfältige Abklärung klärt:
- Art, Dauer und Ausprägung der Beschwerden
- Auslösende und aufrechterhaltende Faktoren
- Mögliche Begleiterkrankungen wie Depression
- Körperliche Ursachen, die ärztlich ausgeschlossen werden sollten
- Bisherige Behandlungen und deren Wirkung
- Ihre persönlichen Ziele und Ressourcen
Eine gründliche Abklärung ist die Grundlage für eine Behandlung, die wirklich passt.
Auswirkungen auf Beruf, Familie und Beziehungen
Die Angst vor der nächsten Attacke wirkt oft stärker als die Attacken selbst:
Beruf
- Vermeiden von Meetings, Reisen oder Präsentationen
- Absenzen nach Attacken
Familie und Partnerschaft
- Angehörige als ständige Sicherheit
- Einschränkung gemeinsamer Unternehmungen
Alltag
- Vermeiden von Autofahren, Zügen oder Einkaufen
- Verzicht auf Sport und Freizeit
So behandeln wir die Panikstörung
Kognitive Verhaltenstherapie gilt als wirksame Behandlung der Panikstörung. Nach der Diagnostik stellen wir die Bausteine zusammen, die zu Ihnen und Ihrem Anliegen passen.
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch, in dem wir Sie und Ihr Anliegen in Ruhe kennenlernen. Daraus entwickeln wir gemeinsam einen Behandlungsplan, der zu Ihnen passt. Die Verhaltenstherapie kennt viele Wege – Exposition ist nur einer davon. Welche Schritte Sie gehen, bestimmen Sie. Wir begleiten Sie in Ihrem Tempo.
Mögliche Bausteine – je nach Ihrem Plan
- Psychoedukation: Was im Körper bei Panik geschieht
- Kognitive Arbeit an katastrophisierenden Bewertungen
- Neuer Umgang mit Körperempfindungen
- Abbau von Sicherheitsverhalten
- Exposition in sensu und in vivo – als Möglichkeit, gemeinsam abgestimmt
- Bearbeitung lerngeschichtlich relevanter Erfahrungen
- Rückfallprophylaxe
Wenn Sie erleben, dass die befürchtete Katastrophe ausbleibt, verliert die Panik ihren Schrecken – auf welchem Weg das geschieht, entscheiden wir gemeinsam.
Unser Angebot in Adligenswil
Bei SONNFELS behandeln wir Erwachsene ab 18 Jahren in Adligenswil bei Luzern – aus den Kantonen Luzern, Zug, Schwyz, Nidwalden und Obwalden sowie dem südlichen Aargau. Je nach Situation wählen wir gemeinsam die passende Form: regelmässige Psychotherapie, eine konzentrierte Einzel-Intensiv-Therapie oder Prävention. Viele verbinden Sitzungen in der Praxis mit Online-Sitzungen.
Kontakt aufnehmen
Sie möchten wissen, ob eine Behandlung bei SONNFELS für Sie passt? Wir nehmen uns Zeit für ein erstes Gespräch und klären gemeinsam die nächsten Schritte.
Weiterführende Informationen
- Angst- und Panikhilfe Schweiz (APhS)Selbsthilfe und Informationen für Betroffene und Angehörige
- Anxiety & Depression Association of America (ADAA)Englischsprachige Fachinformationen
- Pro Mente SanaBeratung und Informationen zu psychischer Gesundheit in der Schweiz
Häufige Fragen
Ist eine Panikattacke gefährlich?
Panikattacken fühlen sich bedrohlich an, sind aber nicht gefährlich. Körperliche Ursachen sollten dennoch einmal ärztlich abgeklärt werden.
Wie lange dauert eine Panikattacke?
Meist erreicht sie nach wenigen Minuten ihren Höhepunkt und klingt danach ab.
Was ist der Unterschied zur Agoraphobie?
Bei der Panikstörung stehen unerwartete Attacken im Vordergrund, bei der Agoraphobie die Angst vor bestimmten Situationen. Beides tritt oft gemeinsam auf.
Ist eine Panikstörung heilbar?
Sie ist sehr gut behandelbar. Viele Menschen werden mit kognitiver Verhaltenstherapie weitgehend beschwerdefrei.
Was hilft während einer Attacke?
Nicht gegen die Angst ankämpfen, sondern sie kommen und gehen lassen. Wie das gelingt, üben wir in der Therapie.
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Diagnose oder Behandlung. In einer akuten Krise wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt, den ärztlichen Notfalldienst, die Dargebotene Hand (143) oder im Notfall an 144.












